Riebelmais – Ein kulinarisches Erbe

Da ist der Riebelmeis noch unter der Erde

Langsam erkennt man, was es wird

Riebelmais als Beilage appetitlich arrangiert

Riebelmais war kürzlich bei einem Polenta Z’nacht ein Thema. Was genau ist Riebel Mais? Woher stammt er?

Riebelmais ist eng mit der Kultur und Geschichte der Alpenregion verbunden.

Bunter Riebel-Quinoasalat

Dieser wird seit dem 17. Jahrhundert im gesamten Vorarlberger und Schweizer Rheintal, vorwiegend in den dortigen Talschaften, angebaut. Der Riebelmais dürfte daher der älteste Lebensmittelmais nördlich der Alpen sein. In das Rheintal gelangte er vermutlich aus Italien. Es wird angenommen, dass frühreife Maissorten sich erfolgreicher anbauen liessen und daher weiter vermehrt wurden. Im Jahr 1650 wird er in Balgach auf der schweizerischen Seite des Rheintales auf der Höhe von Dornbirn, unter den Einkünften des dortigen Pfarrers erwähnt. 1682 gaben ihm mehrere Bauern „tirckisch Korn“ als Zehnt. «Türgga» Riebel genannt, erklärte mir meine Grossmutter. Sein Anteil wuchs rasch und etwa um 1800 hatte der Mais das wichtigste traditionelle Getreide, den Dinkel, bereits überflügelt.

Armeleute Essen

Taditionelles Rheintaler Törggabrot mit Dörrbirnen

Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges, wurde Riebelmais extrem wichtig, als Grundnahrungsmittel, weil der Weizen knapp oder rationiert war. So bauten viele Familien Mais selbst an, weil die Gerichte kalorienreich und lange sättigend wirkten. Doch Riebelmais galt auch als Arme-Leute-Essen, als schlichtes, bäuerliches Gericht, bekam aber mit der Zeit gerade dadurch kulturelle Bedeutung.

Riebelmais als Beilage zu Fleisch und Gemüse schön auf Teller schön angerichtet

Heute wird er eher als regionale Spezialität geschätzt – oft sogar mit geschützter Herkunft unter «Culinarium Ostschweiz» verkauft. Der Trägerverein Culinarium will Einheimische und Gäste für regionale Produkte und lokale Gerichte begeistern und das Bewusstsein für eine Ernährung mit dem Lauf der Jahreszeiten wachsen lassen.

Klassische Rezepte

Riebelmais Rosmarin Focaccia

Zutaten: 250 g Riebelmais, 500 ml Milch oder Wasser (oder Mischung) 1 TL Salz 1–2 EL Butter oder Butterschmalz. Zubereitung: Flüssigkeit mit Salz aufkochen. Maisgriess einrühren und kurz aufkochen lassen. Hitze reduzieren und ca. 10–15 Minuten quellen und dann erkalten lasen lassen. Masse in einer Pfanne mit Butter anrösten. Mit einem Kochlöffel immer wieder „zerreissen“, bis typische kleine Krümel entstehen (das ist dann der „Riebel“).

Süsse Riebelmaiswähe

Varianten zum Nachkochen: Süsser Riebel, mit Rosinen, Zucker und Zimt verfeinern. Oft als Frühstück oder Dessert.

Mit gebratenem Gemüse oder Pilzen. Als Beilage statt Reis oder Kartoffeln

Riebel-Zitronenpie

Mit Kaffee – typisch fürs Frühstück wurde er im Rheintal aus dem «Kaffeebeggeli» gegessen – so genoss ihn mein Grossvater. Das ist die „Urform“, wie Riebelmais früher täglich gegessen wurde. 1945 war ich bei meinen Grosseltern in den Ferien. Dreimal pro Woche wurde Riebelmais aufgetischt. Goldbraun gebraten und mit viel Zimtzucker für klein Herbertli – ein Hochgenuss. Allerdings anstatt Butter verwendete sie Schweineschmalz und weil dieser auch nicht in grossen Mengen erhältlich war, meinte sie: «Immer die Fenster schliessen, denn wann der Föhn (Pföa) blies könnte es den Riebelmais bei Durchzug aus der Pfanne wehen»….

Text   www.herberthuber.ch

Fotos Von Shutterstock und ChatGTP generierte KI Bilder und pixelio.de

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Riebelmais als Beilage zu Fleisch und Gemüse

Riebelmaistartelettes mit Preiselbeeren

Riebelmaistörtchen als Beilage zu Fisch und grünem Spargel

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